Konzept

Vor mehr als 60 Jahren schrieb der Architekt Fritz Schumacher über die Bauaufgaben Krematorium und Friedhof: "Es ist die ungeschriebene Seite des Programms der Bauaufgabe, eine seelisch und physisch bittere Notwendigkeit zu adeln. Das bedeutet, daß der Architekt den Hintergrund schaffen muß für das, was Religion in solchen Augenblicken letzten Abschieds zu sagen hat – er muß den Bau heben in die Sphäre des Sakralen ..."

Architektur ist die Projektion von Bildern, die im Kopf des Architekten entstehen – und so ist in dem vom Landschafts- architekten Volker Götte vorgegebenen Rahmen eines der Themen, die unser Konzept bestimmen, die Mauer, die das Bild historischer Friedhöfe prägt:

– Sie definiert den Ort in der Weite der Landschaft.
– Sie ist das Rückgrat für die Gebäude und wird nur von der Feierhalle überragt.
– Sie trennt die Welt der Lebenden von der Welt der Toten.

Die Höfe – als Ergänzung der Gebäude:

– Sie trennen die kultischen von den profanen Gebäuden.
– Sie sind, durch einen Filter aus Pfeilern vom zentralen Platz getrennt, Eingang zur Feierhalle.
– Sie sind, bedeckt mit Kies, Anfang des Weges, auf dem die Gemeinde den Toten zum Grab geleitet.
– Sie sind, getrennt durch einen Wasserlauf, den eine Brücke überspannt, Eingang zum Totenhaus mit den Aufbahrungszellen.

 

Friedhof Viernheim
In der Oberlücke, Viernheim

Bauherr Stadt Viernheim

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