Konzept

Der historische "Untere Markt" spielte eine zentrale Rolle im Stadtgefüge. Die barocke Gestaltung von Balthasar Neumann prägte den Platz bis zu seiner Zerstörung im 2. Weltkrieg. Der Wiederaufbau zerstörte diesen für Würzburg wichtigen Stadtraum weiter:

Das Konzept der Neumannschen Planung ist nicht mehr erkennbar, die Platzränder nicht eindeutig, die Höhenentwicklung der Neubauten uneinheitlich, die Fassadengestaltung grobschlächtig und undifferenziert.

Die Tiefgarageneinfahrt zerstört den räumlichen Zusammenhang zwischen dem Platz vor dem Hauptportal der Marienkapelle und dem Unteren Markt. Der Platz ist durch für diese Zeit typische Möblierung und Einbauten zugestellt. Die Marktstände sind ohne Gestaltqualität, ein Ordnungsprinzip ist nicht erkennbar.

Von den im Wettbewerb vorgeschlagenen Maßnahmen wurden bisher von uns die Markthalle mit den Marktständen und vom Landschaftsplanungs- büro Adler + Olesch aus Nürnberg der Platz in Teilbereichen neu gestaltet. Der Schwerpunkt des Markt-Geschehens liegt wie vor der Zerstörung auf der Ostseite des Platzes. Unter einem Glasdach, dessen Achse auf den Eingang des Barockkaufhauses von Balthasar Neumann ausgerichtet ist, sind 13 Marktstände linear angeordnet. Sie sind bis auf die Nebenäume transparent ausgebildet, um die Platzkonturen nicht zu verunklaren. Die Materialien sind robust und der Aufgabe angemessen

– Stahl, feuerverzinkt oder mit Glimmerfarbe beschichtet
– Aluminium
– Glas
– farblos lasiertes Sperrholz

Dieses übergeordnete Gestaltungskonzept wird ergänzt durch farbige Markisen und die farbenfrohen Auslagen der Marktkaufleute.

Unterer Markt Würzburg
Wettbewerb 1994 (1. Preis)

Bauherr Stadt Würzburg

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