Konzept

Erläuterungsbericht

1. Städtebau

Der historische Ortskern Hausens, im Schnittpunkt von "Hausener Obergasse" und "Alt-Hausen", ist geprägt durch den Standort von Kirche und Pfarrhaus.
Vorindustrielle Hofstrukturen und gründerzeitliche Blockrandbebauungen sind in Teilen noch erhalten. Überwiegend besteht das Ortsbild aus 1- bis 2-geschossigen Gebäuden. Ortstypische Dachform ist das Satteldach mit sowohl trauf- als auch giebelständiger Ausrichtung.
Die städtebauliche Erschließung des Grundstücks verläuft entlang der "Alt-Hausener"-Strasse, hinter der Kirche und entlang der "Hausener Obergasse"  zwischen Kita und Kirche.
Kita, Kirche und neues Gemeindehaus bilden ein Ensemble. Der  "Erschließungshof" wird als Eingangsbereich  Teil des Gebäudes, verbindet die Baukörper  und stellt das Zentrum des Ensembles dar. Er ist sowohl funktionaler als auch gesellschaftlicher und sozialer Mittelpunkt der unterschiedlichen Nutzungen und Gemeindeaktivitäten.

2. Typologie

Das vorherrschende Satteldach als Archetyp der Dach- und Gebäudeform, sowie die noch in Fragmenten erkennbaren vorindustriellen Hofstrukturen – Stereotyp "Hofreite"- stellen den Ausgangspunkt der Überlegungen dar.
Durch Transformation, Anpassung und Überhöhung werden die Ausgangsformen über die örtlichen Gegebenheiten, die funktionalen Notwendigkeiten und die gestalterische Betonung des Ensembles in eine moderne Ausgestaltung der Baukörper geführt.
Die Bedeutung der Kirche wird durch Drehungen, Zuspitzungen und Materialwahl des Neubaus betont.
Zentrales Element ist der großzügige  Eingangsbereich, welcher über die "Hausener Obergasse" erschlossen wird. Die städtebauliche Mitte Hausens im Schnittpunkt "Hausener Obergasse" und "Alt-Hausen" wird durch die Platzausbildung und den mittigen Zugang zum Ensemble zusätzlich betont.

3. Organisation des Gebäudes

3.1  Erdgeschoss:

Über den Windfang und Eingangsbereich werden die Kita, die Kirche und das Gemeindehaus verbunden, eine gemeinsame Nutzung als generationsübergreifendes Element ist von der Gemeinde gewünscht.
Am Ende des Eingangsbereiches, im Schwerpunkt, liegt das Foyer des Gemeindehauses; von hier lassen sich der Gemeindesaal, die Teeküche sowie die Funktionen im Obergeschoss erreichen.

Zusätzlich zur Treppe führt ein verglaster Aufzug behindertengerecht in das Obergeschoss. Außen- und Innenbezüge sollen das gesellschaftliche Miteinander betonen und durch großzügige Öffnungen erlebbar machen. Der Gemeindesaal ist dreifach unterteilbar und öffnet sich mit seiner raumhohen Verglasung zu einer kleinen Terrasse und Grünfläche. Die Teeküche öffnet sich mit einem Durchgabefenster zur Terrasse.

3.2  Obergeschoss:

Hier befinden sich die zusammenschaltbaren Gruppenräume sowie das Gemeindebüro.
Über das Panoramafenster sollen die Gemeindetätigkeiten in den Außenraum kommuniziert werden.

3.3 Kita-Neubau:

Der mögliche Standort eines Kita-Neubaus umschließt die Terrasse und erlaubt eine Belichtung der Kitaräume von der Südseite. Vor der Küche kann ein direkter Zugang in den Eingangsbereich des Gemeindehauses gebaut werden. Auch das  Treppenhaus kann gemeinsam mit der Kita genutzt werden.

4. Tragwerk:

Die nicht unterkellerte tragende Konstruktion ist als Stahlbetonskelett, mit aussteifenden Wandscheiben aus Kalksandstein und Flachdecken mit wirtschaftlichen Spannweiten vorgesehen. Das Dachtragwerk wird als Holzsparrenkonstruktion  ausgeführt.

5. Konstruktion und Material

In Anlehnung an das Natursteinmauerwerk der Kirche in den Farben rot, ocker und grau, erhält das Gemeindehaus eine Vorsatzschale aus handwerklich gemauerten Klinkern in ähnlichen Farben. Durch das lange und niedrige Ziegelformat wird das Neue erkennbar, durch die Ähnlichkeit der Farben wird die Verbindung zum Alten hergestellt.
Zwischen der tragenden Wand und dem Klinkermauerwerk wird eine Kerndämmung angeordnet.
Den eher rauen Materialien der äußeren Konstruktion wie Sichtmauerwerk, Metall und Glas der großen Fassaden, werden im Gebäudeinneren weichere und wärmere Oberflächen wie z. B. Holz-Alufenster, Wandverkleidungen und Türblätter sowie Parkett aus Echtholz entgegengesetzt.  Der Eingangsbereich erhält einen robusten Bodenbelag aus  geschliffenem und transparent versiegeltem Estrich.
Der Innenausbau erfolgt mit leichten Trennwänden, der Gemeindesaal und die Gruppenräume werden mit schallgedämmten mobilen Trennwänden flexibel aufgeteilt.

Neubau Gemeindehaus Hausen
Frankfurt am Main

Bauherr Evangelischer Regionalverband
Wettbewerbsergebnis 1. Preis